Operativer Eingriff Für Kinder

Gaumenmandelverkleinerung bei Kindern (Tonsillotomie)

Vergrößerte Gaumenmandeln können bei Kindern die Atmung und das Schlucken beeinträchtigen sowie Schnarchen und unruhigen Schlaf mit Apnoe verursachen. Bei der Tonsillotomie werden die Mandeln schonend verkleinert, während ein Teil des Mandelgewebes erhalten bleibt.

Die Gaumenmandeln liegen seitlich im Rachen und gehören zum körpereigenen Abwehrsystem. Bei manchen Kindern sind sie so stark vergrößert, dass sie den Rachenraum einengen und dadurch die Atmung, den Schlaf oder das Schlucken beeinträchtigen.

Typische Beschwerden können sein:

  • regelmäßiges oder sehr lautes Schnarchen

  • erschwerte Atmung während des Schlafes

  • beobachtete Atemaussetzer

  • unruhiger und wenig erholsamer Schlaf

  • häufige Mundatmung

  • Schluckbeschwerden oder langsames Essen

  • verminderter Appetit

  • Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsprobleme

  • auffällige Aussprache oder ein veränderter Stimmklang

Bei einer Tonsillotomie werden die vergrößerten Anteile der Gaumenmandeln entfernt. Ein Teil des Mandelgewebes und die seitliche Mandelkapsel bleiben erhalten. Dadurch wird der Rachenraum erweitert, während ein Teil der Abwehrfunktion bestehen bleibt.

Wann ist eine Tonsillotomie sinnvoll?

Eine Gaumenmandelverkleinerung kann sinnvoll sein, wenn stark vergrößerte Mandeln zu einer deutlichen Einengung der Atemwege führen. Dies gilt insbesondere bei Schnarchen, schlafbezogenen Atemstörungen, Atemaussetzern oder ausgeprägten Schluckbeschwerden.

Die Entscheidung erfolgt nach einer sorgfältigen HNO-ärztlichen Untersuchung. Dabei berücksichtigen wir die Größe der Mandeln, die Beschwerden, das Schlafverhalten und mögliche Begleiterkrankungen. Bei unklaren oder ausgeprägten nächtlichen Atemstörungen kann eine weiterführende schlafmedizinische Diagnostik erforderlich sein.

Unterschied zur vollständigen Mandelentfernung

Bei der Tonsillotomie werden die Mandeln nur verkleinert. Bei einer Tonsillektomie werden sie dagegen vollständig einschließlich ihrer Kapsel entfernt.

Die Tonsillotomie wird vor allem bei vergrößerten Mandeln ohne häufige schwere Mandelentzündungen eingesetzt. Sie ist in der Regel mit weniger Schmerzen und einem geringeren Nachblutungsrisiko verbunden als die vollständige Entfernung. In seltenen Fällen kann das verbliebene Mandelgewebe später wieder an Größe zunehmen.

Mögliche Auswirkungen auf Sprache und Entwicklung

Stark vergrößerte Mandeln können die Zungenbeweglichkeit, das Schlucken, die Artikulation und den Stimmklang beeinflussen. Auch ein dauerhaft offener Mund und eine eingeschränkte Nasenatmung können sich ungünstig auf die Mundmotorik auswirken.

Durch die Erweiterung des Rachenraumes kann die Tonsillotomie die Voraussetzungen für eine normale Atmung, das Schlucken und die weitere Sprechentwicklung verbessern. Eine erforderliche logopädische Behandlung wird dadurch unterstützt, jedoch nicht ersetzt.

Kombination mit einer Adenotomie

Häufig bestehen neben vergrößerten Gaumenmandeln auch vergrößerte Rachenmandeln, die umgangssprachlich als „Polypen“ bezeichnet werden. In diesem Fall kann die Tonsillotomie mit einer Adenotomie kombiniert werden.

Bestehen zusätzlich Paukenergüsse oder eine eingeschränkte Mittelohrbelüftung, können während derselben Narkose eine Parazentese und gegebenenfalls das Einsetzen von Paukenröhrchen erfolgen.

Ablauf der Operation

Die Tonsillotomie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Das überschüssige Mandelgewebe wird über den Mund entfernt; äußere Hautschnitte sind nicht erforderlich.

Nach der Operation wird das Kind sorgfältig überwacht. Ob der Eingriff ambulant oder mit stationärer Betreuung durchgeführt wird, richtet sich nach dem Alter, dem Befund, möglichen Begleiterkrankungen und dem individuellen Operationsrisiko.

Nachsorge

In den ersten Tagen können Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Mundgeruch und ein vorübergehend veränderter Stimmklang auftreten. Wichtig sind eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, eine angepasste Schmerztherapie und körperliche Schonung.

Bei Blutungen aus Mund oder Rachen ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich. Sie erhalten von uns genaue Hinweise zum Verhalten nach der Operation und zu den geplanten Kontrollterminen.

Organisation und Operationsstandort

Die Voruntersuchung, Terminplanung und Nachsorge werden über unsere HNO-Facharztpraxis in Sankt Augustin organisiert. Die Operation wird von Herrn Dr. Alaaddin Dogan in der Asklepios Kinderklinik Sankt Augustindurchgeführt.

So bleiben Diagnostik, Operationsplanung und Nachbehandlung in einer Hand.